Die Entwicklung Potsdams zu einer bedeutenden Kunst- und Kulturstadt begann im Jahre 1660, als der brandenburg-preußische Kurfürst Friedrich Wilhelm die Stadt, auch aufgrund ihrer zahlreichen Seen und Wälder (Jagdgebiete), neben Berlin als zweite Residenz wählt und das Stadtschloss mit Lustgarten baut.

Der preußische König Friedrich Wilhelm I. erweiterte die Stadt und förderte den Bau, um möglichst viel Militär unterzubringen. Für die Versorgung des Militärs wurden Handwerker und Gewerbeleute nach Potsdam geholt. So baute 1734/42 ein holländischer Zimmermeister für Handwerker aus seinem Land in der Potsdamer Innenstadt das Holländische Viertel. Diese Häuser sind nach holländischer Art unverputzt, aus roten Ziegeln und haben Fensterläden.

Im Jahre 1744 begann Friedrich II. mit dem Umbau des Stadtschlosses und dem Anlegen des Schlosses und Parks Sanssouci (“ohne Sorge”).
Nach 1749 wurden dann die Vorstädte bebaut. So entstand für Friedrich Wilhelm II. am Heiligen See unter englischem, chinesischem, ägyptischem, maurischem, antikem und gotischem Einfluss der Neue Garten mit dem Marmorpalais (1787) und der gotischen Bibliothek (1792/94).
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Viele bedeutende Baumeister und Landschaftsarchitekten trugen ihr Können zum Stadtbild bei. So sind Schloss Charlottenhof, Teile vom Schloss Babelsberg und die Nikolaikirche Karl Friedrich Schinkel und die landschaftliche Gestaltung Peter Joseph Lenné zu verdanken. Im Park Sanssouci entstanden weitere bau- und gartenkünstlerische Werke auch unter italienischem Einfluss (z.B. Römische Bäder) bis 1860.
Da das Marmorpalais als Kronprinzensitz zu klein war, wurde 1912/16 das Schloss Cecilienhof im Neuen Garten gebaut, in dem 1945 das “Potsdamer Abkommen” unterzeichnet wurde.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurde ein großer Teil der Potsdamer Innenstadt, viele Bürgerhäuser des 18. und 19. Jahrhunderts, sowie die Potsdamer Garnisonkirche, Stadtschloss, Rathaus und die Nikolaikirche, durch Bombenangriffe zerstört. 1950 begann der Wiederaufbau der Potsdamer Altstadt.
Seit dem Fall der Mauer und der Öffnung der Grenzen 1989 ist Potsdam Landeshauptstadt von Brandenburg.
Potsdam kann auf über 300 Jahre Bau- und Gartenkunst zurückblicken und steht seit 1990 auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.
Kultur wird in Potsdam auch zukünftig eine bedeutende Rolle spielen, doch auch die Bereiche Medienwirtschaft (Filmstudios Babelsberg), Dienstleistungen, Forschung und Bildung (Geoforschungszentrum, Uni Potsdam).
C. Ullmann